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Nach der Diagnose28. April 20265 Min. Lesezeit

ADHS-Medikamente für Erwachsene: Ein Überblick ohne Verschreibung

Nach einer ADHS-Diagnose taucht fast immer dieselbe Frage auf: Sollte ich Medikamente nehmen?

Verschiedene Medikamentenpackungen und ein ärztliches Rezept auf einem Schreibtisch, symbolisch für die medikamentöse ADHS-Behandlung.KI-generiertes Bild

Von Julian Thewes

Wir sagen es gleich vorweg: Diese Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit einer Fachärztin oder einem Facharzt für Psychiatrie, nicht mit uns. Was wir liefern können, ist der diagnostische Befund, der diese Entscheidung erst möglich macht, und eine sachliche Einordnung, worüber Sie in diesem Gespräch sprechen werden.

Warum Medikamente ein ärztliches Thema sind

Klinische Psycholog:innen stellen die Diagnose und erstellen den Befund. Medikamente verschreiben dürfen in Österreich ausschließlich Ärztinnen und Ärzte, bei ADHS in der Regel Fachärzt:innen für Psychiatrie. Diese Aufteilung ist sinnvoll geregelt: Wirkstoffwahl, Dosierung und Verlaufskontrolle gehören in ärztliche Hände, gerade weil einige der gängigen Substanzen suchtgiftrechtlich besonders streng gehandhabt werden.

Die beiden Wirkstoffgruppen im Überblick

Stimulanzien

Methylphenidat ist hierzulande der am häufigsten verschriebene Wirkstoff bei Erwachsenen mit ADHS und gilt in den meisten Behandlungsleitlinien als Mittel der ersten Wahl. Er wirkt auf den Botenstoffhaushalt im Gehirn, insbesondere auf Dopamin und Noradrenalin, und wirkt in der Regel innerhalb von Stunden. Lisdexamfetamin ist ein weiterer Stimulanz-Wirkstoff, der zunehmend zur Verfügung steht.

Nicht-Stimulanzien

Atomoxetin greift ebenfalls in den Noradrenalin-Haushalt ein, braucht aber mehrere Wochen, bis die Wirkung einsetzt. Er kommt häufig dann zum Einsatz, wenn Stimulanzien nicht vertragen werden oder wenn zusätzlich eine Angststörung, eine Suchterkrankung oder eine Tic-Störung vorliegt. Guanfacin ist eine weitere Option, die infrage kommt, wenn andere Wirkstoffe nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden.

Welcher Wirkstoff, welche Dosierung und welches Präparat für Sie persönlich sinnvoll sind, hängt von Ihrer gesamten Krankengeschichte ab, von Begleiterkrankungen bis zu einem möglichen Kinderwunsch. Das kann und soll ausschließlich im ärztlichen Gespräch geklärt werden.

Medikamente sind ein Baustein, nicht der ganze Plan

Internationale Leitlinien empfehlen bei ADHS im Erwachsenenalter einen multimodalen Ansatz: Medikamente können Symptome spürbar lindern, ersetzen aber selten allein eine umfassende Behandlung. Psychoedukation, Coaching zu Alltagsstrukturen und je nach Bedarf Psychotherapie ergänzen die medikamentöse Behandlung und wirken oft dort, wo Tabletten nicht ansetzen, etwa bei eingeschliffenen Gewohnheiten oder Beziehungsmustern.

Manche Betroffene entscheiden sich bewusst gegen Medikamente und kommen mit gezielten Strategien und Therapie gut zurecht. Auch das ist eine legitime Entscheidung, keine, die Sie uns oder sonst wem schulden.

Der Weg von der Diagnose zum Gespräch mit der Fachärztin oder dem Facharzt

Die Voraussetzung für all das ist eine gesicherte Diagnose. Bei Attentia führen klinische Psycholog:innen die ADHS-Diagnostik für Erwachsene durch und erstellen einen vollständigen Befundbericht nach ICD-11, den Sie zu einem fachärztlichen Termin mitbringen können. Wie die Abklärung abläuft, lesen Sie hier, Termine finden Sie unter www.attentia.at. Informationen zur Kostenerstattung finden Sie hier.